22.01.—06.03.2022
SARA ROHNER
ROSÂNGELA DE ANDRADE BOSS

PASSAGES


Wenn sich Bilder von Sara Rohner und die räumlichen Arbeiten und Zeichnungen von Rosângela de Andrade Boss begegnen, werden Verwandtschaften, aber auch Kontraste deutlich: Beide Künstlerinnen haben sich über Jahre ein ästhetisches Vokabular erarbeitet, mit dem sie das scheinbar «Wirkliche» befragen.



Sara Rohner, «Urlandschaft», Eitempera auf Papier, 2019/20
SARA ROHNER 
Sara Rohner (*1964 in Biel) achtet auf flüchtige Bilder des Traums in der Nacht und schult sich gleichzeitig in der Beobachtung von Landschaft, Architektur, Pflanzen. In ihrem Wachstum, Blühen und Vergehen birgt gerade die Natur ein Stück Wahrheit auch über die menschliche Existenz. «Fenster in eine Anderswelt» hat die Künstlerin ihre figurativen Reisen schon genannt. Sie führen zu den Wurzeln alter Bäume, heben Körper über den Horizont, nähern sich bisher ungesehenem Gestirn. Innehalten ist ein Prinzip, um der Beweglichkeit flüchtiger Eindrücke ein malerisches Eigenleben zu schenken. Rohner zeigt im Zimmermannhaus Auszüge aus ihrer neuen Serie «Tag- und Nachtträume». Der Titel ist wörtlich zu nehmen: «Nachtträume begleiten mich in den Tag – Tagträume in die Nacht hinein.»

www.sararohner.kleio.com



Rosângela de Andreade Boss, «Aluvial II», Acrylfarbe/Tusche, 2020.
Foto: Kaspar Ruoff


ROSÂNGELA DE ANDRADE BOSS
Der Blick von Rosângela de Andrade Boss (*1966 in Curibita Paraná/BR) ist von ihrem Herkunftsland Brasilien geschult – dort, wo in jedem Gegenstand ein Geist hausen kann und wo Verbrauchs- und Verpackungsmaterial ihr zweites Leben aufnehmen. Die Wirklichkeit ist Konglomerat aus alltäglichen Augenblicken, digitalem Sammelgut, analogen Reproduktionen und ihrem behelfsmässigen Zusammenhalt. Auf unterschiedlichen Wegen und in verschiedenen Medien manifestieren sich instabile Gleichgewichte: Zwei Stützen aus Kartonwabenplatten gesellen sich zu den bestehenden, festen Trägern im Raum. Ein die Säule umfangendes Bild und bunte, feine Verstrebungen entgegnen dem soliden Bau das Spiel des Provisoriums. Ist das nun Skulptur? Oder ist es ein Echo auf nomadische Behausungen? Die Verpackung von Parfümflaschen wird im Atelier zum Bausatz individuell gestalteter Häuser. Modellhaft scheint die Moderne aus dem kolonialen Brasilien nach Europa zurückzukehren, trägt bunte Bordüren («Platibandas») in den Ausstellungsraum, frische Farben mit und einen Duft, der sich von Haus zu Haus ändert.

www.rosangelaandrade.ch


AUSSTELLUNGSTEXT
Download folgt (pdf)


ÖFFNUNGSZEITEN
Mi–Fr 14.30–18, Sa–So 11–16 Uhr
Eintritt Ausstellung frei


ERÖFFNUNG
Freitag, 21. Januar, 18–21 Uhr, mit Suppe und Punsch

THEATER IN DER AUSSTELLUNG
Sonntag, 23. Januar, 19 Uhr
«NippleJesus» von Nick Hornby. Mit Gilles Tschudi.
In Kooperation mit dem Kulturhaus Odeon, Bühne. Anmeldung

WORTWECHSEL
Freitag, 04. Februar, 18 Uhr
Die Künstlerinnnen im Gespräch mit Isabel Zürcher, Kunstwissenschaftlerin

DIE KÜNSTLERINNEN IN DER AUSSTELLUNG
Sara Rohner: Freitag, 11. Februar, 14.30–18 Uhr
Rosângela de Andrade Boss: Samstag, 26. Februar, 13–16 Uhr

MUSIK IN DER AUSSTELLUNG
Samstag, 26. Februar, 11 Uhr
Junge Klassik mit Magdalena Popp (Querflöte), Lukas Barmann (Violoncello) und Federico Pulina (Klavier)

FINISSAGE
Sonntag, 06. März, 14–16 Uhr
Die Künstler*innen sind anwesend.
Ausstellung offen 11–16 Uhr.


EINLADUNG
Download (pdf)



SCHUTZMASSNAHMEN

Mark