12.11.— 13.12.2020
MARIANNE BADERTSCHER 
JONAS STUDER

MEIN WALD IST ÜBERALL



Unabhängig voneinander beschäftigen sich Marianne Badertscher (*1953 in Bern, lebt und arbeitet in Brugg) und Jonas Studer (*1981 in Muri, lebt und arbeitet aktuell in Brugg, Turgi und Wimmis) mit dem Aussehen von Natur, mit Landschaft und mit den Spuren, die der Mensch darin hinterlässt. Ihre unterschiedliche bildnerische Sprache weist Verwandtschaften auf. Jonas Studer und Marianne Badertscher versuchen beide, Fragmente ihrer Erfahrung in Bildern festzuhalten. Und beide lassen sich auf Verfahren ein, die Zufälle und Überraschungen einschliessen. Die Natur der künstlerischen Medien mischt sich in die Darstellungen ein, das Festhalten und Erfinden gehen ineinander über. So richten Badertschers Drucke und Malereien sowie die analogen Fotografien von Studer den Blick gleichzeitig in den Aussenraum wie auf das jeweilige künstlerische Medium.
«Mein Wald ist überall» nennen die Künstler*innen ihre gemeinsame Ausstellung. Während der Vorbereitung trafen sie sich wiederholt zu Streifzügen durch den Wald. Sie tauschten sich aus über die fortlaufende Transformation natürlicher Lebensräume und über die direkte und indirekte menschliche Einwirkung. Auch ihre subjektive Wahrnehmung war ein Thema und das Wechselspiel der Farben je nach Witterung und Tageszeit.

JONAS STUDER
«Mich fasziniert die Schnittstelle, der Übergang ins neue, technische Zeitalter der Zukunft», sagt Jonas Studer. Seine Faszination für Fotografie entzündet sich unter anderem an Fotografien, aber auch an Super 8-Filmaufnahmen aus dem privaten Archiv seiner Familie. Es ist auch der Blick zurück, der seine heutige Bildproduktion herausfordert. Wobei Studer einen experimentellen Umgang pflegt mit analoger Fotografie und beim Entwickeln vermeintliche Fehler zulässt: Indem der Künstler seine Negativ-Filme im Voraus analog bearbeitet, sind Momentaufnahmen von Unregelmässigkeiten und Verletzungen im Material überlagert. Das Bild von Wald, Wiese und Gestein entwickelt eine rätselhafte Schönheit. Fotografie streift ihren Bezug zum Hier und Jetzt ab. Sie scheint die Reststrahlung einer vergangenen, fast mystischen Zeit einzufangen und wird erfinderisch wie Malerei.

www.jonasstuder.ch


MARIANNE BADERTSCHER
In der Malerei und im Tiefdruck erkundet Marianne Badertscher Landschaft als einen schier unerschöpflichen Farbraum. Landschaft wird erkundet: Skizzen, Aquarelle und Fotos gehen dem gemalten Bild voraus, in dem sich die Künstlerin sich verändernde Situationen aneignet. Manchmal bleibt die ursprüngliche Topografie erkennbar, manchmal weichen kompositorische Entscheidungen vom Vorbild ab. Badertschers Malerei bringt abstrakte Formen hervor. Sie halten sich mehr an die Atmosphäre als an den Ort. Jüngst hat sie Fotografien zur Grundlage genommen, die sie aus dem fahrenden Zug zwischen Chicago nach Minneapolis aufgenommen hat. Malen ist auch der anhaltende Versuch, ein unscharfes, vorbeiziehendes Motiv aufs Neue zu erfahren.


mariannebadertscher.ch


ERÖFFNUNG
Mittwoch, 11.11.2020, 17–21 Uhr

WORTWECHSEL
Mittwoch, 25.11.2020, 18.30 Uhr
Die Kunstschaffenden im Gespräch mit Karoliina Elmer

DIE KÜNSTLER*INNEN IN DER AUSSTELLUNG
Sonntag, 15.11.2020, 11–16 Uhr
Mittwoch, 02.12.2020, 14.30–18 Uhr

FINISSAGE
Sonntag, 13.12.2020, ab 14 Uhr
Die Kunstschaffenden sind anwesend

ÖFFNUNGSZEITEN
MI–FR 14.30–18, SA–SO 11–16


EINLADUNG
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AUSSTELLUNGSTEXT
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